Till den vilda västern – das besondere Campen

Zum Camping an die Bohusküste: till den vilda västern 

Die Westküste Schwedens ist für viele deutsche Urlauber noch ein Insidertipp. Die Schwedenfans Simone und Oliver waren im „Wilden Westen Schwedens“ und erzählen uns von ihrer Campingreise. An der Bohusküste ist übrigens auch Nils Holgersson mit seinen Wildgänsen gelandet. Kennt ihr diesen Teil der Geschichte? Auch davon lest ihr in diesem Reisebericht. Auf geht es zum Campen an die Bohusküste!

Välkommen

„Välkommen, välkommen hit. Vem du än är var du än är. …” klingt es an diesem sonnigen Morgen aus unserem Autoradio. Wir haben unseren schwedischen Lieblingsradiosender eingeschaltet, den wir auch Zuhause gern hören und hören den Song „Sverige“ der bekannten schwedischen Rockband Kent.  

„Willkommen, willkommen hier. Wer auch immer du bist, wo immer du bist. …“. 

Manche sagen, dieses Lied sollte die schwedische Hymne sein, weil es Schweden und der schwedischen Seele nahe wie kaum ein anderes Lied kommt. Für uns ist es an diesem Morgen nach einer erholsamen Nachtfahrt mit der Schwedenfähre „Nils Holgersson“ der perfekte Start.  

Los geht es dann ab Trelleborg: 420 Kilometer liegen vor uns bis in die Küstenprovinz Bohuslän. Größtenteils fahren wir auf der E6 entlang der Westküste und vorbei an Göteborg. Die Fahrt auf der Autobahn ist anders als in Deutschland und sehr entspannt, so dass sich der erste Urlaubseffekt mit der Schiffsreise noch verstärkt.  

Coronabedingt haben wir unsere Reise mit dem Campingbus nur grob geplant und – ehrlich gesagt – es war wieder Nils Holgersson, der uns auf diese Idee brachte. Auf seiner wunderbaren Reise durch Schweden kamen die Wildgänse und der kleine Nils auch an die reizvolle Bohusküste. Als Camper fühlen wir uns wie Nils Holgersson und genießen die Freiheit, denn wir finden auch ungeplant die schönsten Plätze.  

Bohuslän, Küstendorf

Traumhafte Küstenlandschaft

Eine Landkarte und die App „Campercontact“ sind unsere Scouts. So freuen wir uns auf die traumhafte Küsten- und Schärenlandschaft zwischen Göteborg und der norwegischen Grenze. Auch mit an Bord unseres Campingbusses ist der Seekadett (so nennen wir unseren Borderterrier Henry), der sich auch auf große Abenteuer in Schweden freut. Als mobile Camper bleiben auf unseren Reisen durch Schweden die Abenteuer nicht aus und viele einmalige Erlebnisse ergeben sich einfach. Es bleibt immer spannend, denn wir spulen kein Reiseprogramm ab, sondern bleiben dort, wo es uns gefällt. Und können jederzeit aufbrechen und woanders hinfahren. So erleben wir Schweden pur.  

Kyrksund, Schweden

Farbenfroh ist die Bohusküste 

Nach lohnenswerten Zwischenstopps am Kullaberg und Melbystrand (langer Sandstrand!) fahren wir durch die atemberaubende Schärenlandschaft. Die Sonne zaubert die schönsten Blautöne in die Fjorde der Bohusküste und lässt die bunten Holzhäuser kontrastreich strahlen. Früh haben wir die Autobahn verlassen und entdecken idyllisch schöne, kleine Ortschaften an der Küste. Staunend fahren wir durch diese wunderschöne Küstenlandschaft. Überall gibt es hervorragende Stellplätze und irgendwann landen wir in Smögen. Im Sommer soll hier viel los sein. Norweger zieht es hierher und auch viele Schweden verbringen in diesem malerischen Ort ihren Urlaub. Doch in dieser Coronazeit ist es leer. Wir entscheiden uns für einen Stellplatz in Smögen und sind angenehm überrascht: Da wir keine Toilette an Bord haben, sind wir auf sanitäre Einrichtungen angewiesen und die gibt es auch hier. Wie so häufig in Schweden sind sie immer sauber und gepflegt.  

Die App für Camper 

Auf die App „Campercontact“ können wir uns verlassen. Ansonsten sind Marinas bzw. die Yachthäfen mittlerweile auf Wohnmobilisten eingestellt und bieten gegen eine Gebühr hervorragende Stellplätze mit gepflegter Sanitärinfrastruktur. Und: Öffentliche Toiletten gibt es viele in Südschweden, so dass dem mobilen Abenteuer keine „hygienischen Grenzen“ gesetzt sind.

Sonnenuntergänge in den Schären 

So erleben wir auf den Schärenfelsen der Bohusküste die schönsten Sonnenuntergänge und den Morgenkaffee direkt am Wasser. Einer dieser Lieblingsplätze ist auf den flachen Felsen von Smögen, wo man die schönsten Sonnenuntergänge erleben kann. In den folgenden Tagen erkunden wir die Küstenlandschaft von Grebbestad, Fjällbacka, Hamburgsund, Lysekil. Zwischendurch fahren wir mit der (kostenlosen) Autofähre oder über große Brücken auf eine der vorgelagerten Schäreninseln. So auch auf Orust, der drittgrößten Insel Schwedens, wo wir in Henån am Yachthafen einen klasse Stellplatz mit fast südländischem Flair entdecken. Überhaupt bietet auch Orust viele schöne Wandermöglichkeiten. Sehr zu empfehlen ist ein Ausflug auf die vorgelagerten autofreien Schäreninseln Gullholmen und Härmanö, wo man bei einer Inselrunde nicht nur die Schärenlandschaft genießen kann, sondern auch wunderschöne Schwedenhäuser. 

Bei einem unserer Spaziergänge sehen wir fröhliche Schweden mit spitzen Papphütchen auf den Köpfen im dörflichen Gemeinschaftshaus zusammensitzen. Mit gebührendem Abstand sitzend haben alle alberne Lätzchen umgehängt und sind in bester Partylaune. Der Raum ist mit bunten Girlanden geschmückt. Es wird gelacht und laut gesungen. Und so geht‘s weiter… Natürlich folgen noch andere Lieder. Auf dem Tisch liegen eine Menge Liederzettel und wir schauen fasziniert zu. Es erinnert uns an Karneval. Aber es wird das schwedische Krebsfest, die „kräftskiva“, fröhlich gefeiert. Es ist einer der Höhepunkte im schwedischen Jahresverlauf, neben dem traditionellen Midsommar. Die fröhliche Runde winkt uns singend zu sich rein. Wir winken fröhlich zurück. Gerne wären wir der Einladung gefolgt, aber in diesem Pandemie-Jahr bleiben wir auf Abstand, so schwer es uns auch fällt.  

Schärenlandschaft

Spaziergänge auf dem Fernwanderweg 

Dafür verwöhnt uns die Bohusküste mit vielen Naturabenteuern. Auf ausgedehnten Spaziergängen erleben wir die reizvolle Landschaft. Interessante Abschnitte zum Wandern bietet auch der Fernwanderweg Kuststigen. Empfehlenswert ist auch eine Wanderung um die Insel Marstrand, vorbei am Leuchtturm Skallens Fyr mit Blick auf die Stelle, wo Skagerrak und Kattegat aufeinandertreffen.  

Oft sitzen wir auf einem Felsen, stärken uns mit den regionalen Meeresspezialitäten (unbedingt probieren in den Küstenorten) und lassen den Blick über die vielen kleinen Schäreninseln schweifen.  

Ein Goldschatz für Nils Holgersson 

Irgendwo da draußen gab es den Goldmünzen-Schatz auf einer Schäre, zu dem die Wildgänse den kleinen Nils Holgersson führten, weil sie damit nichts anfangen konnten. Die Wildgänse belohnten den kleinen Nils mit den Goldmünzen.   

So blicken wir auf das Meer und die untergehende Sonne. In diesem Augenblick erinnern wir uns an Nils Holgerssons Geschichte an der Bohusküste: „ (…) Die Sonne, groß und rot, war eben im Begriff, in den Wogen zu versinken. Es ist sinnlos, traurig zu sein, Nils Holgersson, rief die Sonne. Die Welt ist herrlich für Große und Kleine. (…)“ 

Die Bohusküste ist ganz besonders herrlich. Deshalb werden wir wieder dorthin reisen und vielleicht die Nils Holgersson-Schäre suchen. 

Falls ihr die Nils Holgersson-Schäre bereits gefunden haben solltet, schreibt mir gern eure schwedische Feriengeschichte. Habt ihr sogar ein Foto davon? Ich freue mich auf eure Post. 

Petra Pan

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