Südschweden mit dem Camper entdecken

von 21 Feb 2019Insidertipps

Schweden, Meer und Natur: das ist Urlaub durch und durch für uns Schwedenfans! Oliver und Simone mit ihrem vierbeinigen „Seekadett“ Henry gehören auf jeden Fall auch dazu. Im „VW Bulli“ sind sie gern an den Küsten Schwedens unterwegs und haben jede Menge Tipps für alle, die Schweden individuell erleben wollen. Ich habe Oliver natürlich über verschiedene Reiserouten und die schönsten Camper Stellplätze mit Meerblick befragt:

Habt ihr einen oder mehrere Lieblingsplätze in Schweden?
Wir haben gleich mehrere Lieblingsplätze im Südosten Schwedens: Einer ist der Traumstrand von Mälarhusen. Es ist ein weiter Strand mit einem feinen, weißen Sand – ganz ohne Steine und so fein, dass man den Sand für Sanduhren nehmen könnte. Dort sitzen wir gern am Strand und lassen die Seele baumeln.

Ein weiterer Lieblingsplatz ist am Gästehafen von Hörvik auf der Halbinsel Listerlandet, ca. 15 km östlich von Sölvesborg. Hier findet man gute Stellplätze mit Meerblick und herrliche Sonnenaufgänge. Es gibt auch einen kleinen Sandstrand und ein Restaurant mit regionalen Gerichten. Lecker! Von Hörvik ist es nicht weit bis zum Schärengarten und zur Schäreninsel Hasslö, auf die man über einen Damm gelangt. Wir erinnern uns immer wieder gerne an die Gespräche mit den Fischern, die uns sofort in ihren Kreis aufgenommen hatten. Das ist typisch Schweden!

Oh, mir fallen so viele weitere schöne Plätze ein, die alle das Prädikat „Lieblingsplatz“ verdienen: Die Königs- und Sonneninsel Öland zum Beispiel und Grönhögen am Hafen, beim nördlichen Leuchtturm „Långe Erik“, am Hafen von Gammalsby im Osten der Insel oder an der Küste von Byrum mit Blick auf die Blå Jungfrun im Kalmarsund.

Aber einen Lieblingsplatz hatten wir schon immer: die Klangwiese in Malmö am Öresund (Ljudkullar im Scaniaparken, unterhalb des Turning Torso im Stadtteil Västra Hamnen). Es ist ein Wall mit eingebauten großen Lautsprechern, wo tagsüber gute Popmusik gespielt wird. Auch die Schweden lieben diesen Platz. Sie liegen im Rasen, schmecken die Seeluft, beobachten den Himmel und hören klasse Musik. Malmö ist eine lebendige und abwechslungsreiche Stadt mit einem tollen Stadtstrand.

Das Beste ist, die meisten Lieblingsplätze sind nicht weit von Trelleborg entfernt, so dass man schnell mit der TT-Line-Fähre dort sein kann. Jedes Jahr mache ich mit einem Freund über das Mittsommernachts-Wochenende eine Radtour. Mit dem Rad auf das Schiff und entspannt von Trelleborg nach Malmö radeln.

Warum lässt sich Südschweden mit dem Camper besonders gut erleben?
In Südschweden hat man ein abwechslungsreiches Angebot. Natur pur gibt es hier an der Küste mit Schärengarten, an den Sandstränden, Steilküsten, idyllischen kleinen Häfen, aber auch an den einsamen Seen und in den Wäldern. Dazu urbanes Leben in den größeren Städten, wie z.B. Malmö, Ystad, Åhus und Kristianstad. Mit dem „VW Bulli“ ist man sehr mobil und kann täglich neue schöne Orte entdecken. Und saubere Sanitäreinrichtungen findet man auch überall. Das ist für uns ein wichtiger Standortfaktor.

Schweden ist ein sehr tolerantes Land mit hilfsbereiten und freundlichen Menschen, die ihre schöne Heimat lieben und Tipps gerne an Gäste weitergeben. So findet man überall schöne Stellplätze, aber auch viele schöne Campingplätze für längere Aufenthalte. Das „Jedermannsrecht“ zeigt insbesondere die Liebe der Schweden zu ihrer großartigen Natur. Allerdings ist das „Jedermannsrecht“ kein Freibrief für „wildes Campen“. Die Natur ist das Zuhause der Schweden, das man achten soll. Fast überall darf man das Nachtlager aufschlagen, es sei denn, es ist ausdrücklich verboten oder andere werden gestört. Das gilt prinzipiell für Camper mit einem Zelt und für eine Nacht. Wohnwagen und Wohnmobile sind davon streng genommen ausgeschlossen! Doch das freie Stehen mit dem Camper oder Wohnmobil wird geduldet, wenn nicht am Platz ein Verbotsschild steht. Wir benehmen uns wie Gäste, respektieren die Natur als Zuhause der Schweden und verlassen den Ort immer so, wie wir ihn vorgefunden haben.

Unser Tipp: In Schweden findet man in fast jedem Yachthafen Stellplätze für eine geringe Gebühr und mit Zugang zu den Sanitäreinrichtungen des Hafens. Die Stellplätze sind in den regionalen Karten eingetragen und vor Ort ausgeschildert. Wir nutzen diese Möglichkeit gerne.

Zu welcher Jahreszeit ist es wo besonders schön?
Wir reisen gerne außerhalb der Saison im Mai/Juni oder im September, weil man dann unter sich ist. Ein schwedischen Sprichwort besagt: „Einer ist Gesellschaft, zwei sind ein Gedränge.“ Und tatsächlich ist in der Nebensaison schon vieles geschlossen. Also rate ich immer, ausreichend Proviant dabei zu haben. Zu jeder Zeit im Jahr wird man in Schweden aber mit herrlichen Naturblicken belohnt. Wir lieben besonders das Farbenspiel der Natur im Herbst!

Südschweden bietet jede Menge Küste. Wo hat man den besten Meerblick?
Die Küste ist so vielfältig. Für jeden Geschmack ist der passende Küstenabschnitt vorhanden: Schärengarten, Steilküste, traumhafte Sandstrände. Sonnenauf- und Sonnenuntergänge an der Ost- oder Westküste. Wenn man mit dem Camper am Meer steht, kann man die ganze Nacht die Wellen hören. Das ist Erholung pur. Einen besonders schönen Blick hat man auf Öland in Byrum auf den Kalmarsund mit den Blå Jungfrun.

Bei der An- und Abreise gibt es einen schönen Stellplatz ganz in der Nähe zu den TT-Line-Fähren, ca. 14 Kilometer entfernt. Er liegt östlich von Trelleborg am Smygehuk Hamn. Ruhig gelegen. Der ideale Ort, um anzukommen oder auch sich von Schweden zu verabschieden.

Welche Aktivitäten könnt ihr für Südschweden empfehlen?
Wir wandern gerne mit dem „Seekadett Henry“ die Küste entlang oder durch die Wälder. Häufig sieht man Wild, aber leider sahen wir noch keinen Elch! Und wenn das Wetter mal schlecht ist, dann geht es in eine der vielen Städte z.B. nach Åhus mit seinen engen Gassen und malerischen Häusern. Oder wir bummeln auf den Spuren von Kommissar Wallander in Ystad mit einer Stärkung an Wallanders Imbiss im Hafen. Für mich gibt es dort die besten Köttbullar.

Was ich unbedingt in Südostschweden empfehlen kann, sind die Steinsetzungen: Ales Stenar, dem „schwedischen Stonehenge“, den Stenshuvuds Nationalpark oder die Küste bei Haväng, einem schönen Ort für Strandliebhaber und Naturfreunde.

Ist Schwedenurlaub für Familien mit Hund geeignet?
Ein klares JA! Die Schweden sind sehr hundefreundlich und die unberührte Natur lädt zu langen Spaziergängen ein, worüber sich jede Fellnase freut. Allerdings muss man beachten, dass in Schweden grundsätzlich Leinenpflicht besteht, insbesondere im Zeitraum vom 1.3.-21.8. weil dann das Wild gestört wird. Wir haben immer eine lange Schleppleine dabei, so dass der Seekadett auch auf seine Kosten kommt und ordentlich schnüffeln kann. An einigen Stränden kann es zur Hochsaison verboten sein, Hunde mit an den Strand zu nehmen. Und grundsätzlich dürfen Hunde nicht in Geschäfte oder Restaurants mitgenommen werden. Die Einreise ist – wie in den meisten anderen EU-Ländern auch – einfach und unkompliziert. Erforderlich ist der EU-Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung. Der Hund muss bei der Einreise beim Zoll angemeldet werden, aber das kann man bequem online von zu Hause aus machen. Wir sind in Trelleborg noch nie kontrolliert worden.

Schon die Anfahrt nach Schweden war für unseren Seekadett auf den hundefreundlichen TT-Line Fähren ein Vergnügen. Sie dürfen auf den Decks spazieren gehen und haben ihre eigene Ecke für ihre Bedürfnisse. Der Seekadett ist gerne an Deck und beobachtet die Ostsee.

Kannst du unseren Fans zwei Reiserouten kurz beschreiben?
Eine Reiseroute ist schon alleine die Fahrt mit dem Schiff von Travemünde nach Trelleborg. Morgens stehen wir an Deck und beobachten den Sonnenaufgang. Das ist Urlaubsfeeling pur noch bevor man in Schweden ankommt.

Wir haben für uns die Südostküste Schwedens von Trelleborg bis nach Karlskrona entdeckt. Bis nach Karlskrona sind es ungefähr 350 km, die man in mehreren Abschnitten bereisen kann. Und wenn man mehr Zeit hat, kann man auch einen Aufenthalt auf Öland einplanen.

Ein besonders idyllischer Abschnitt auf dieser Route liegt zwischen Hörvik und Karlskrona. Da sollte man unbedingt von Aryd bei Karlshamn die kleine Straße nach Roneby nehmen. Hier sieht alles sehr schwedisch aus. Und zwischen Ronneby, Kuggeboda und der Schäreninsel Hasslö hat man eine tolle Schärenlandschaft, die zum Verweilen einlädt. Nach Hasslö führt ein Damm und man kann dort am Hafen stehen. Ein sehr schöner Abschnitt, den man bis Torhamn und weiter auskosten kann. Klar, dass man auch Karlskrona besucht. Auch dort kann man am Hafen stehen.

Von hier aus ist es auch nicht mehr weit nach Öland. Auf dem Weg dorthin muss man die alte Königsstadt Kalmar besuchen. Auf Öland gibt es viele schöne Stellplätze. wie z.B. beim Leuchtturm Långe Jan im Norden. Besuchen sollte man unbedingt den Trollskogen (Zauberwald) im Norden, die Rauken von Byrum am Kalmarsund, Seehunde beobachten beim Leuchtturm Långe Jan im Süden und natürlich den königlichen Sommersitz Solliden in Borgholm.

Auf dem Rückweg nach Trelleborg nehmen wir gern die Straßen durch das Landesinnere, wo es viele schöne ruhige Seen gibt. Und vielleicht steuert ihr auch die Universitätsstadt Lund an. Unser Tipp: Immer einen Stopp in Malmö auf der Klangwiese einlegen!

Auf unserer letzten Südostküstentour waren es mit dem Besuch von Öland insgesamt 1.250 km, aber jeder Kilometer war ein Genuss! Die Planung dieser Tour von Trelleborg nach Karlskrona habe ich als Tabelle für euch.

Wie bereitet ihr euch auf den Urlaub vor?
Wir stöbern im Internet, lesen und sammeln dort Eindrücke und Vorschläge. Viele Ideen für Wohnmobilreisen liefert Youtube, z.B. der Mehrteiler „Südschweden mit dem Wohnmobil“ (https://youtu.be/ZdqM4te08Bw). Sehr interessant für die Campingbus-Tour sind hilfreiche Apps oder Links, um einen Stellplatz zu finden. Auch Google Maps in der Satellitenansicht eignet sich für eine Vorerkundung. Einen ersten guten Überblick findet man z.B. hier:

Allerdings schwören wir auf das bewährte Kartenmaterial. In den regionalen Karten (erhält man auch in den örtlichen Tourismusbüros) sind Stellplätze eingezeichnet. Und wir werfen auch einen Blick in die einschlägigen Reiseführer und die vielen ADAC-Campinginfos. Bislang haben wir immer einen schönen Stellplatz gefunden. Eines ist noch sehr wichtig: Ohne Kreditkarte mit PIN geht in Schweden fast gar nichts!

Wo geht die nächste Tour hin?
Wir werden unsere Südostschweden-Tour vertiefen, insbesondere den idyllischen Schären-Abschnitt zwischen Hörvik und Torhamn. Und dann soll es weitergehen ins Småland zu Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga.

Eines steht jetzt schon fest. Wir werden bei TT-Line die Reise online auf der Website buchen. Die Anreise mit dem Schiff ist für uns schon Teil des Urlaubs und wir starten den Tag entspannt und ausgeruht. Auf der letzten Tour hatten wir auf einem Stellplatz im Süden von Malmö eine Wohnmobilcrew getroffen, die gerade die lange Autofahrt über die Vogelfluglinie und Öresundbrücke hinter sich hatte. Die waren total kaputt. Ich zeigte ihnen Fotos von unserer Anreise mit der „Nils Holgersson“. Zurück wollten sie das Schiff nehmen…

Herzlichen Dank, Oliver, für die vielen Tipps! Ich hoffe dies inspiriert meine Fans für den nächsten Urlaub in Südschweden und ich wünsche allen viel Spaß beim Planen und Buchen.

Petra Pan

 

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