Peter Pan ist wieder auf der Ostsee unterwegs – Teil 2

Und es geht weiter! Die Peter Pan ist zusammengesetzt, wieder seetßchtig und nach einer aufwändigen Probefahrt wieder zurßck in der Ostsee. Was die Fähre und ihre Crew  (nach dem Ausdocken aus Dock V) erlebt haben, davon erzähle ich euch heute, eure Petra.

Erste Ankunft der Peter Pan in TrelleborgErste Ankunft der Peter Pan in Trelleborg

Von irgendwoher kam das Stichwort „Schiffs-Puzzle“ und ich finde das passte sehr gut zu dem Zustand meines Peters. Drei Teile warteten Ende Januar 2018 darauf aneinander gesetzt zu werden. Das Vorderteil der Fähre stand sicher und hoch aufgetürmt im Dock. Das Zwischenstück, die sogenannte Sektion, sah noch sehr skurril aus in ihrem rötlich farbenen Stahl. Zwei Schlepper hatten sie zur Werft gebracht und nun fand dieses Mittelstück endlich seinen Platz. Mittendrin. Erst zogen es die Schlepper ganz sachte an den Eingang des Dock V in Bremerhaven, dann übernahmen armdicke Taue die Führung, um die Sektion Stück für Stück hineinzuziehen. Als es weniger als 50 cm Abstand waren, begann die Feinjustierung, denn die verschiedenen Etagen des Schiffes sollten ja wieder so zusammenpassen, dass kein Abstand entsteht. Und schon sprühten die Funken. Es wurde im Februar geschweißt, was das Zeug hält. Drei Etagenböden passten aneinander. Das war ein Feuerwerk!

Blick ins Innere des SchiffesBlick ins Innere des Schiffes

Als dann auch das Heck wieder ins Dock geschoben werden sollte, war das Wetter miserabel. Man konnte die Hand kaum vor den Augen sehen, geschweige denn ein Schiffshinterteil. Und ich sage euch: die Männer haben ganze Arbeit geleistet. Trotz „Waschküche“, wie meine Oma immer sagte, konnten die Ingenieure das Heck pass genau ins Dock schieben. Ihr glaubt gar nicht wie zufrieden die Herren anschließend aussahen. Sie klopften sich auf die Schultern und freuten sich – genauso wie ich – dass alle drei Schiffsteile nun richtig nebeneinander sitzen. Ein paar Tage später konnte man schon von weitem keinen Spalt mehr am Schiff entdecken.

Tag und Nacht wurde an der Runderneuerung von Peter gearbeitet. Und immer wieder tauchten neue Herausforderungen für die Projektmanager und die Arbeiter auf der Werft auf: Mal das strenge Winterwetter Anfang des Jahres 2018, bei dem die Arbeiter dick eingepackt und auch mit jeder Menge Sicherheitsgarderobe aussahen wie Eskimos. Mal zu viel Wasser im Schiffsteil. Und oftmals so dicker Nebel, dass man die Hand nicht vor Augen sah. Was soll ich sagen – es läuft halt nicht immer alles glatt. Das ist doch bei mir zuhause auch so. Nur dass mir mein Peter jeden Tag mehr fehlte, je länger er noch im Dock ausharren musste.

Verlegen von KabelsträngenVerlegen von Kabelsträngen

Die kilometerlangen Schweißnähte waren dann geschlossen und die Maler konnten viele Meter lang weiße Farbe auftragen. Von außen sah mein Peter Anfang April 2018 schon wieder richtig gut aus! Die neue Außenlinie gefiel wohl auch vielen Besuchern, denn einige Fans pilgerten nach Bremerhaven, weil sie auch ihren Peter Pan vermissten. Dabei ist es doch mein Peter! Die Innenarbeiten waren es jedoch, die wesentlich zu der längeren Verzögerung beitrugen. Rund um die Uhr wurden die vielen Verbindungen, Rohre, Kabel und Elektro-Anschlüsse montiert. Bis zu 850 Personen waren während der Werftarbeiten zum Teil gleichzeitig an Bord. Könnt ihr euch den Ameisenhaufen vorstellen? Da brauchten die Manager schon Nerven wie Stahlseile und viel Durchblick.

Parallel zu den Schweißarbeiten in der Mitte gab es vorne am Bug jede Menge Neuigkeiten: Oben wurde die Nase – die sogenannte Back – eingekürzt, damit das Schiff in engen Häfen von der Brücke aus und auf Sicht sicher manövriert werden kann. Unten gab es einen neuen Wulstbug. Elegant und schmal, um der verlängerten Peter Pan weniger Strömungswiderstand zu ermöglichen. Dies lässt die Peter Pan weniger Treibstoff verbrauchen. Ihr wollt alle umweltfreundlich nach Schweden übersetzen? Voila: die Peter Pan erfüllt jetzt noch mehr grüne Wünsche.


Anbau des neuen Wulstbugs
Anbau des neuen Wulstbugs

Mein geliebter Peter ist also wieder eins. Das Abenteuer der Verlängerung ist gelungen und Peter wurde auf der Probefahrt Richtung Ostseewellen nochmals auf Herz und Nieren durchgecheckt. Um Skagen herum durfte die Fähre ein neues Revier sehen und nun ist sie endlich wieder in Travemßnde und zuhause in der Ostsee. Ich bin so glßcklich!

Petra Pan

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