Småland: Auf den Spuren von Pippi Langstrumpf & Co.

von 20 Jul 2017Familie

Schweden ist das perfekte Urlaubsland für Kinder. Ein Detail, das mir immer wieder auffällt: An fast jedem Tresen im Land – egal ob im Hotel oder der Eisdiele steht ein Tritthocker. Damit die Kleinsten auf Augenhöhe sind und mitbekommen, was los ist. Sowas macht den kleinen, aber feinen Unterschied. Deswegen wundert es nicht, dass der größte Exportschlager des Landes auch besonders kinderfreundlich ist. Richtig. Ich spreche von Astrid Lindgren.

Sm
åland: Überall ist Bullerbü

Hier fing alles an: in Småland ist Astrid Lindgren 1907 geboren. Småland bedeutet eigentlich „kleines Land“, aber in der Tat gehört es zu Schwedens größten und abwechslungsreichsten Provinzen. Weite Landschaften, die Ostküste mit Sandstränden und Schärengarten, glasklare Seen, die bewaldete Hochebene. Ein Traumreiseziel – nicht nur für Erwachsene sondern auch und besonders für Kinder. An allen Ecken und Enden wandelt man auf den Spuren der weltbekannten Kinderbuchautorin. In den verwunschenen Nadelwäldern sieht man Ronja Räubertochter förmlich an einem vorbeihuschen,  in den typischen roten Holzschuppen vermutet man einen Michel, der ein Holzmännchen schnitzt… Das Dorf Bullerbü hingegen gibt es nicht. Nicht enttäuscht sein: es gibt jede Menge Bullerbüs in Småland: malerische Dörfer, geprägt durch historische Höfe – und alle scheinen direkt aus Lindgrens Büchern gefallen. Und natürlich gibt es Bullerbü eben doch, es heißt nur anders: Vorbild für die Geschichte war der Hof von Lindgrens Großvater in Sevedstorp – noch heute kann man hier die drei Höfe besichtigen, die Lindgren vor Augen hatte, als sie die Geschichten um Lisa, Lasse, Bosse und die anderen schuf.


Astrid Lindgrens Näs: Inspiration erleben

In Vimmerby im Nordosten Smålands ist Astrid Lindgren aufgewachsen. Das Elternhaus, der Pfarrhof Näs, ist heute ein Kulturzentrum. Hier kann man den Eindrücken nachspüren, die die kleine Astrid in sich aufsog, um als Erwachsene eine solche phantasievolle Welt zu erschaffen. Wusstet Ihr z.B., dass das Vorbild für Pippi Langstrumpfs Limonadenbaum – eine ausgehöhlte, große Ulme – auf dem elterlichen Grundstück zu bestaunen ist? Neben dem hübschen roten Holzhaus aus dem 18. Jahrhundert findet sich hier ein neu errichteter Glaspavillon, der eine Dauerausstellung zu Lindgrens Leben beherbergt. Last but not least: Besonders eindrucksvoll für mich war das über 3,5 Hektar große Gartenareal, das in Themengärten Schlüsselbegriffe aus Astrids Leben und Werk illustriert. Freiheit, Mut, Lebensfreude…


Astrid Lindgrens Värld:
Ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt!

Ein paar Fußminuten von Näs liegt der Themenpark Astrid Lindgrens Värld. Ganze 120.000 qm sind dem Universum der Astrid Lindgren gewidmet.
Wir haben uns damals zwei Tage genommen, um den weitläufigen Park mit seinen vielen Attraktionen ganz in Ruhe zu erkunden. Klarer Favorit für uns: Die Theateraufführungen mit Musik- und Gesangseinlagen. Man spürt, wie viel Spaß es den Schauspielern macht, die Geschichten zum Leben zu erwecken. Und das steckte uns alle sehr an. Total beeindruckend: Ronja Räubertochter. Erst haben wir die Mattisburg erkundet und dann ging das Stück los. Action von der ersten Minute an: Boom! Ein Blitz schlägt ein, die Burg zerbirst in zwei Teile. Ein Highlight, besonders für meinen Sohn. Wovon meine Tochter immer noch spricht: Michel zieht seine kleine Schwester Ida in Lönneberga an der Fahnenstange hoch – hoffentlich versuchen die beiden nicht, Michel und Ida nachzueifern, wenn wir wieder zuhause sind… Der Klassiker schlechthin ist die Villa Kunterbunt: Pipi, Annika und Tommy in Aktion zu erleben war für uns alle ein unbeschreiblich tolles Erlebnis. Beim Pfannenkuchenbuffet gerieten beide Sprösslinge ins Schwärmen: All you can eat! Ein Traum wird wahr… Sowieso: für das leibliche Wohl ist durch genügend Restaurants, Imbisse, Grill- und Picknickplätze gesorgt. Wir haben direkt unsere eigenen Würstchen auf den Grill geschmissen und ein gemütliches Familienpicknick mit selbstgemachten Hotdogs veranstaltet.

In diesen zwei Tagen gab es so viel zu entdecken, unsere Kinder sind abends mit glühenden Wangen und seligem Lächeln in die Kissen gesunken. Wir planen definitiv einen zweiten Besuch, vielleicht machen wir sogar einen Campingurlaub auf dem Areal oder wir mieten uns ein schönes Ferienhaus. Nicht weit von hier entfernt liegt die kleine Insel Visingsö, die wir entweder mit dem Fahrrad oder mit der Kutsche (dieser Ausflug nennt sich übrigens Remmalag) erkunden wollen. Die Insel ist von dem Ort Gränna aus mit dem Boot zu erreichen. Wie auch immer – wir kommen auf jeden Fall wieder! Und wie Pippi schon sagte:  „… wenn ihr nicht nach Hause geht, könnt ihr ja nicht wiederkommen. Und das wäre schade.“ Recht hast Du, Pipi!
Petra Pan

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