Das schwedische Martinsgans-Menü

von 10 Nov 2016Kultur

Schweden und schwedische Traditionen gehören bei uns zum Alltag! Während andere erst am 11.11. den Beginn des Karnevals feiern, fangen wir schon am 10.11. an. Die Schweden feiern traditionell am Vorabend des 11.11. (Martinstag) mit einem leckeren 3-Gänge-Menü den heiligen St. Martin. Besonders mein Sohn und ich sind dann schon früh auf, um alles für unser kleines Familienfest vorzubereiten.

Unser Menü beginnt mit der Svartsoppa (Deutsch: Schwarzsuppe):

40 cl Gänseblut
5 cl Essig
2 TL Mehl
1,8 l Bouillon
15 cl pürierte Backpflaumen und/oder getrocknete Aprikosen
5 cl schwarzes Johannisbeergelee
2 EL brauner Zucker oder Zuckerrübensirup
jeweils 1 TL Thymian, schwarzer Pfeffer, Nelken, Piment, Ingwerpulver, Zimt
10 cl Rotwein
3-4 TL dunkler Portwein oder Sherry
2 TL Cognac
Salz

Zuerst vermischt Ihr Blut, Essig und Mehl miteinander. Dann erhitzt Ihr die Bouillon zusammen mit den Gewürzen (Johannisbeergelee, Thymian, Salz, schwarzer Pfeffer etc.) und lasst sie 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln. Die Blutmischung wird nun langsam in die Bouillon eingerührt – das Gemenge darf dabei nicht kochen, damit das Blut nicht klumpt! Die Suppe anschließend vom Herd nehmen und, falls notwendig, durch ein Sieb gießen. Dann wird Zucker, Wein, Sherry und Cognac beigegeben. Das Abschmecken nicht vergessen! Zum Schluss die Suppe mit den gekochten Backpflaumen oder Aprikosen und einem Stück Apfel garnieren. Fertig ist die Svartsoppa!
(Falls kein Gänseblut vorhanden ist, nehmen wir immer Schweineblut.)

Wenn mein Sohn ganz aufgeregt seinen Freunden von seiner Kreation erzählt, reagieren sie meistens nicht wie erhofft. Ganz enttäuscht sagt er dann zu mir: „Aber die schmeckt doch so lecker…“, ich sage ihm dann, dass es verschiedene Geschmäcker gibt, er mag schließlich auch nicht alles!

Auf den Hauptgang freuen wir uns aber ganz besonders – der Gänsebraten!

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5-6 kg Gans (für ca. 10 Personen)
Salz, weißer Pfeffer
1 Zitrone
6-8 säuerliche Äpfel
20 Backpflaumen
1-1,5 L Fleischbrühe
2 EL Weizenmehl

Heizt zuerst den Backofen auf 180°C, Umluft 160°C vor. Nun muss bei der Gans die Fettdrüse an der Oberseite des Schwanzendes (Bürzel genannt) abgetrennt werden. Vergesst nicht, den Beutel mit den Innereien aus dem Gänsebauch herauszuholen. Anschließend die Gans sowohl von außen als auch von innen gut abspülen und trocken tupfen. Dann reibt die Gans von innen und außen gründlich mit Salz und Pfeffer ein. Träufelt etwas Zitronensaft in die Gans hinein. Für die Füllung schneidet Ihr Äpfel und Backpflaumen klein und gebt sie in das Bauchinnere. Nun ist die Gans bereit für den Backofen. Legt sie mit einer Keule nach oben auf ein tiefes Backblech oder einen Bräter und schiebt sie in den Ofen. Dreht nach etwa 20 Minuten die andere Keule nach oben und bratet sie ebenfalls 20 Minuten. Jetzt dreht Ihr die Brust nach oben und gießt die Brühe in den Bräter. Übergießt vorsichtig ca. alle 10 bis 15 Minuten die Gans mit der Brühe. Die Gesamte Backzeit beträgt ca. 2 Stunden, je nachdem, wie groß die Gans ist.
Für eine leckere Bratensoße nutzen wir den restlichen Bratensaft und dicken ihn mit etwas Mehl an. Fertig ist die Martinsgans!

Als Beilagen essen wir, wie der Schwede, Kartoffeln, Rotkohl und Maronen oder Backpflaumen!

Zum Nachtisch gibt es schwedischen Apfelkuchen:

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4 Eier
350 g Zucker
120g Butter
125 ml Milch
300 g Mehl
3 TL Backpulver
3 mürbe, säuerliche Äpfel
2 EL Zucker
1 TL Zimt
75 g gehackte Mandeln

Schlagt mit einem Rührbesen die Eier und den Zucker schaumig. Erhitzt die Butter zusammen mit der Milch. Rührt sie anschließend unter die Eimasse. Nun vermischt Ihr das Mehl und das Backpulver miteinander und hebt es ebenfalls unter die Eimasse. Schält und entkernt die Äpfel und raspelt sie grob mit einer Reibe und hebt sie unter den Teig. Bereitet ein mit Backpapier belegtes Backblech vor und verteilt darauf gleichmäßig den Teig. Zum Schluss bestreuen wir den Teig mit Zimt, Zucker und den gehackten Mandeln. Bei 180°C bzw. 160°C Umluft im vorgeheizten Backofen ca. 20 Minuten backen. Fertig ist der Apfelkuchen!

Wir essen dazu immer Vanillesoße – einfach lecker!

Probiert es zu Hause doch mal aus, vielleicht habt Ihr ja noch ein paar Tipps für uns!

Petra Pan

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